Anne Schüppe

Ich hab’s ja gesagt – ich brauche ein Projekt. Gestern war’s soweit, größere Erdbewegungsarbeiten wurden unausweichlich.Was passieren sollte? Strom. Im Garten. Endlich. So richtig. Nach knapp fünf Jahren ist mir die Lust, andauernd zig Meter Kabel von der Küche bis in den Garten zu rollen ziemlich gründlich vergangen. Die Zeit, das Thema „Strom im Garten“ ein für allemal zu erledigen war gekommen. Und wenn man ein Kabel in die Erde bringt, dann kann man auch gleich noch ein Netzwerkkabel daneben legen – ohne einen Internetanschluss im Garten kann man heutzutage nicht mehr wirklich überleben. In der Praxis heißt das: Man nehme eine Hacke, zwei Spaten und Nachbar Dieter und hebe einen 23 Meter langen und etwa einen halben Meter tiefen Graben aus. Hört sich in der Theorie nicht weiter dramatisch an, tatsächlich aber spuckt einem die Realität natürlich andauernd mit Macht in die Suppe. Natürlich lockert man nicht einfach mal so eben den Boden mit der Hacke auch und schippt dann gemütlich zwei Spaten tief; tatsächlich freut man sich über jede Menge Hinterlassenschaften vergangener Generationen im Boden oder auch nur darüber, dass der Boden vor dem Stall unter dem Schotter mit einer dicken Schicht Asphalt versehen wurde – was das Ausheben eines Grabens nicht eben erleichtert. Als ich das zweite Foto schoss, waren der Graben, Dieter und ich fertig. Aber natürlich war damit der Spaß noch lange nicht vorbei:Wer der Meinung ist, man käme mit einen 40 Zentimeter langen Bohrer auch nur ansatzweise durch die Grundmauern eines ordentlichen Zechenhäuschens, der täuscht sich gewaltig; über so einen Zahnstocher lacht das Fundament. Die Rettung hieß Thomas, was der Cousin von Brigitte ist, die wiederum als Gattin von Dieter fungiert. Thomas hat beruflich mit Antennenbau und Kabelanschluss zu tun, und deshalb hat er einen 16er Bohrer in 60 Zentimeter Länge – der reichte so gerade eben.Vielen Dank, Thomas, ohne das Ding hätte ich ziemlich blöd ausgesehen.
Ab dann wurde es etwas unkomplizierter: Das Einziehen der beiden Kabel (wen’s interessiert: NYY-J 5×25² für den Strom – jawohl, ich plane durchaus eine zünftige Drehstromleitung – und ein CAT7e fürs Netzwerk) in passende Wellrohre zum Schutz ging auch ohne Einfetten und ähnliche Sauereien ganz gut, das Verlegen auch. Man sollte halt darauf achten, dass die beiden Leitungen nicht kreuz und quer übereinander liegen, das ist nicht gut für die Druckfestigkeit – haben wir hinbekommen.Das Zuschippen des Grabens hat mir dann den Rest gegeben, ich hatte wenig Probleme mit dem Einschlafen gestern Abend (nein, mit dem nennenswerten Konsum von vergorenen Flüssigkeiten aus grünen Flaschen zwischendurch kann das nichts zu tun gehabt haben ;-)). Wie immer bei solchen Aktionen stellt man hinterher fest, dass hinterher lange nicht so viel Erde ins Loch passt, wie man vorher herausgeschippt hat, aber so richtig klappt das halt auch nicht, wenn man zum Verdichten nichts anderes hat als die eigenen beiden Füße. Also brauche ich jetzt Regen, damit Mutter Natur mit Wasser für ein wenig Verdichtung des Bodens sorgt und die Hügel auf dem Graben nicht mehr so hoch sind (und ich vielleicht die Schubkarre voll Dreck, die noch verschämt hinterm Haus steht auch noch loswerde…). Das letzte Bild zeigt jedenfalls den Status quo, und jetzt hätte ich gerne ein paar von den versprochenen Gewittern. Danke.

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